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Urteil-Motorradfahrer muß Schutzkleidung tragen,

sonst droht ihm bei einem Unfall die Verminderung seines Schadensersatz-oder Schmerzensgeld- anspruch.
Im verhandelten Fall ging es um einen Motorradfahrer, welcher einen unverschuldeten Unfall mit einem PKW-Fahrer hatte. Der Motorradfahrer wurde bei dem Unfall einige Meter über den Asphalt geschleudert. Der Fahrer des Motorrads trug zwar einen Helm und eine Lederjacke, aber keine Lederhose, sondern eine Stoffhose. Durch das Rutschen auf dem Straßenasphalt erlitt der Mann schwere Verletzungen an den Beinen. Er mußte monatelang in einer Klink behandelt werden und behält Langzeitschäden wie Narbenbildungen und Schmerzen durch Hauttransplantationen zurück.
Der Motorradfahrer forderte eine Schmerzensgeld vor Gericht ein.
Der Fall wurde vor dem Oberlandesgericht Brandenburg verhandelt. Die Richter des OLG Brandenburg befanden, dass den Motorradfahrer eine Mitschuld treffe, weil er keine angemessene Schutzkleidung an den Beinen getragen habe.
Zwar gebe es keine gesetzlichen Vorschriften für eine sichere Motorradkleidung. Jedoch könne von einem „vernünftigen und verständigen Motorradfahrer“ das Tragen einer Motorradschutzkleidung -auch an den Beinen- erwartet werden.
Das Oberlandesgericht sagte „Wer als Motorradfahrer auf Schutzkleidung verzichtet, geht bewusst ein erhebliches Verletzungsrisiko ein. Es ist deshalb sachgerecht, im Rahmen der Bemessung eines Schmerzensgeldes dieses selbst eingegangene Risiko zu berücksichtigen und den Anspruch des verletzten Motorradfahrers entsprechend zu mindern“.
So das Urteil des OLG Brandenburg mit dem Aktenzeichen: 12 U 29/09.
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